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Die Kapillarität ist
eine physikalische Eigenschaft, die den Transport von Flüssigkeiten
und darin enthaltenen Stoffen innerhalb feinster Haarröhrchen,
Poren und Spalten in alle Richtungen, also auch entgegengesetzt
zur Schwerkraft bewirkt.
Im Unterschied zu Leitungen größeren Querschnitts
kann somit der Transport von benetzenden Flüssigkeiten
ohne Pumpen und damit ohne zusätzliche Energie erfolgen.
Förderhöhe und Fördermenge sind von folgenden
Faktoren abhängig:
- Adhäsionskraft der Stoffe, die Kapillare besitzen oder
erzeugen,
- Größe, Zahl und Länge der Kapillare,
- Benetzungsfähigkeit der Flüssigkeit,
- Wirkung der Schwerkraft
- Saug- und Druckwirkung natürlicher Vorgänge,
wie z. B. der durch Photosynthese von Blättern und Pflanzen-Neutrieben
erzeugte osmotische Saugdruck.
Kapillarität
in der Natur
- Flüssigkeitstransport in Pflanzen und Lebewesen,
- Transport von Wasser und Mineralsalzen innerhalb der
Erde und in porösen Gesteinen. |
Beispiele
für die Nutzung der Kapillarität
- Dochte in Öl- und Petroleumlampen
- Schwämme, Löschpapier, Mikrofasertücher,
Windeln
- Kapillarröhrchen und -schläuche im Gesundheitswesen
- Automatische Entfernung von Wasser aus Behältern
durch Dochte (z. B. Kondenswasser)
- Luftbefeuchtung |
Begriffsbestimmung
Kapillarbewässerung
(Vorschlag)
Die Kapillarbewässerung
ist ein Bewässerungsverfahren, welches den Pflanzen
Wasser bzw. Nährlösung aus tiefer gelegenen Wasservorkommen,
Behältern oder Rinnen über Dochte oder Matten
ausschließlich durch Kapillarität zuführt,
d. h. weder Druckwasser noch elektrische Energie erfordert
und trotzdem feuchteeinstellbar ist.
Zur Ergänzung des verbrauchten Wassers in den Behältern,
aus denen Dochte oder Matten saugen, können jedoch,
wenn keine stromlose Wasserzufuhr aus höher angeordneten
Wasserspeichern möglich ist, Pumpen eingesetzt werden.
Letztere sind in diesem Falle kein direktes Bestandteil
der Kapillarbewässerung.
Auch eine zeit- oder feuchtegesteuerte elektrische Wasserzufuhr
zu den Behältern ist gestattet.
Kombinationen mit herkömmlichen Bewässerungsverfahren,
die auch die Kapillarität von Substrat nutzen, sind
nicht als Kapillarbewässerung zu bezeichnen.
Das Gleiche gilt für Verfahren, die ohne Zwischenmedien
(z. B. Dochte) eine direkte Verbindung zwischen Wasser und
Substrat haben (z. B. Hydrokultur und Anstaubewässerung)
und nur eine zeitgesteuerte Feuchtesteuerung ermöglichen.
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